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Zecken

Allgemeines zu Zecken
Zecken gehören zur Gruppe der Milben und sind damit ein Teil der Spinnentiere. Unterhalb der "Gruppe der Milben" unterteilen sich die etwa 800 Zeckenarten im Wesentlichen in zwei "Familien" - die "Schildzecken" und Lederzecken".

Die Schildzecken besitzen einen harten Rückenschild aus Chitin während die Lederzecken ein weiches Äußeres besitzen. In Deutschland kommt von den Lederzecken nur die "Taubenzecke" vor. 
Beide Familien besitzen acht Beine, wobei sich am Ende des ersten Beinpaares das für die Nahrungssuche erforderliche "Hallersche Organ" befindet, mit dessen Hilfe die Tiere Wärme und Kohlendioxid (CO2), das Menschen und Tiere auch über die Haut ausscheiden, registrieren kann. Auf diese Weise kann die Zecke ihr Opfer identifizieren und dann entsprechend stechen - nicht beißen. 

Um eine Gerinnung des aufgesaugten Blutes zu verhindern - und um damit die Aufnahme und Verdauung zu verbessern - spritzt die Zecke gerinnungshemmende Substanzen in den Stichkanal des Opfers. Sofern die Zecke vorher mit Viren und/oder Bakterien infiziert war, können diese Erreger dadurch in den Organismus des Opfers gelangen und dort zu schweren Erkrankungen führen.
Es sei darauf hingewiesen, dass sich Schildzecken in Bodennähe befinden - maximal bis zu einer Höhe von ca. 1,50 m - und dann z.B. die Beine des Opfers raufkriechen.

Die Lederzecken dagegen leben in Nestern, Gebäuden oder den Ställen ihrer Wirtstiere. Sofern daher Häuser von ihnen befallen wurde, ist es meist extrem schwierig, die Parasiten wieder loszuwerden. Die Lederzecken können in selteneren Fällen auch Menschen befallen.

Borreliose © goruma (Dr. Ramm)

Auwaldzecke, Reliktzecke, Hyalommazecke
Zecken sind die Überträger einer Reihe von Infektionserkrankungen, wie beispielsweise der Borreliose oder der Frühsommer- Hirnhautentzündung (FSME = Frühsommer Meningoenzephalitis). Nicht zuletzt bedingt durch die Klimaerwärmung, dringen in der letzten Zeit, neben dem in Deutschland seit langem heimischen Holzbock, auch andere größere und aggressivere Zeckenarten vor. Diese Zecken sind Überträger neuer Erkrankungen, wie z.B. von Fleckfieber oder sogar von hämorrhagischem Fieber.

Die neuen Zeckenarten sind beispielsweise die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die rund dreimal größer als der hiesige Holzbock ist, die Reliktzecke (Haemaphysalis concinna) - die bisher fast nur in Asien und Osteuropa vorkam - oder die Hyalommazecke (Hyalomma lusitanicum), die aus der Türkei eingewandert ist. Die Auwaldzecke hat in einigen Regionen den heimischen Holzbock schon fast verdrängt und ist wegen ihrer aggressiven Art zu einem der gefährlichsten Tiere in Deutschland geworden. Bisher tat sie praktisch nur in Süddeutschland auf, aber seit kurzem hat sie auch z.B. Brandenburg erreicht.
Allein beim Holzbock konnten mittlerweile etwa 40 verschiedene Viren und 30 verschiedene Bakterien nachgewiesen werden - wobei glücklicherweise nicht alle zu Erkrankungen beim Menschen führen.

Taxonomie der Auwaldzecke

Üblicher Name  Auwaldzecke
Gruppe Acari (Milben)
Familie Ixodidae (Schildzecken)
Gattung Dermacentor  (Buntzecken)
Art Dermacentor reticulatus

Taxonomie der Reliktzecke

Üblicher Name Reliktzecke
Gruppe Acari (Milben)
Familie Ixodidae (Schildzecken)
Gattung Haemaphysalis
Art Haemaphysalis concinna 

Taxonomie der Hyalommazecke

Üblicher Name  Hyalommazecke
Gruppe Acari (Milben)
Familie Ixodidae (Schildzecken)
Gattung Hyalomma  
Art Hyalomma lusitanicum 

Txonomie des Holzbocks
Wie erwähnt, gibt es rund 800 Zeckenarten aus verschiedenen Familien und Gattungen. Exemplarisch soll an dieser Stelle nur die in Mitteleuropa (bisher) häufigste Zeckenart - der Holzbock (Ixodes ricinus) dargestellt werden. Die beiden wichtigsten durch Zecken in Europa übertragenen Erkrankungen - die Borreliose und FSME  - sind bei Goruma ausführlich beschrieben.
 

Üblicher Name Zecke, Holzbock
Gruppe Acari (Milben)
Familie Ixodidae (Schildzecken)
Gattung  Ixodes
Art  Ixodes ricinus
Größe etwa 1 bis 3 mm - vollgesogen bis zu 15 mm = 1,5 cm
Vorkommen in Ländern

weltweit, vorwiegend Mittel-, Ost-, und Nordeuropa, Asien, Nordamerika und Australien.
nicht in der Arktis und Antarktis. In Deutschland vorwiegend in Süddeutschland.
Stark betroffen sind Tschechien und einer Reihe von Balkanländern

Vorkommen in der Natur vowiegend an Waldrändern, im Gras und Gebüsch auf Lichtungen oder Bachufern
aber auch in Gärten und Parks
Übertragene Erkrankungen Borreliose, FSME
Infektionsrisiko Das Infektionsrisiko hängt von der Anzahl infizierter Zecken ab. Es gilt für Deutschland:
Jeder dritte Stich führt zu einer Infektion mit Borrelien
Jede 50. Zecke ist Träger des FSME-Virus - wobei jede dritte Infektion zur Erkrankung führt
Übertragungswege Stich durch eine Zecke
Risikofaktoren Aufenthalt in Risikogebieten (Wälder, Buschgebiete), vor allem zwischen März und November.
Riskiogruppen Förster, Jäger, Waldarbeiter, Spaziergänger, Jogger, Haustiere (besonders Hunde)
Aber ca. 90%  der mit FSME Infizierten sind mittlerweile Personen, die bei der Gartenarbeit, beim Camping
oder bei Wanderungen gestochen wurden
Vorsichtsmaßnahmen Lange unten verschlossene Kleidung schützt (nur bedingt), Hunde mit "Antizeckenmitteln" schützen.
Nach Waldspaziergängen intensiver Körperkontrolle auf Befall
Impfung Gegen die FSME gibt es eine Impfung, die besonders bei Kindern empfehlenswert ist
Die drei erforderlichen Impfvorgänge bieten für 3 bis 5 Jahre einen Schutz
Gegen die Borreliose exisiert kein Impfstoff

Zecken bei Hunden

- Borreliose
Gegen diese Erkrankung bei Hunden gibt es verschiedene Impfstoffe. Da - je nach Region -  5 bis 10 Prozent aller Hunde mit Borrelien infiziert sind, sollte man sein Tier ubedingt impfen lassen, zumal eine Behandlung gegen Borreliose beim Hund  langwierig und kostenintensiv ist. Diese Infektionserkrankung beginnt bei dem Tier mit Antriebs- und Appetitlosigkeit sowie Fieber. Später kann es zu Gelenkentzündungen kommen, die mit starke Schmerzen verbunden sein können und die Beweglichkeit des Tieres beeinträchtigen. Zudem kann es zu Schädigungen des Nervensystems, des Herzens und der Nieren kommen.

- Babesiose
Diese Erkrankung ähnelt der Malaria beim Menschen, deshalb spricht man in Deutschland manchmal auch von "Hundemalaria". In Deutschland wird die Babesiose durch die Auwaldzecke übertragen.

Zeckenzange © goruma (Dr. Ramm)

Entfernen, Entsorgung
Zum Entfernen einer Zecke werden zahlreiche Methoden empfohlen. Es haben sich aber nur wenige als erfolgreich erwiesen - manche sogar als ausgesprochen schädlich, so beispielsweise das Beträufeln mit Öl oder Klebstoffen. Sinnvoll sind dagegen u.a.:

- Zeckenzange
Eine Zeckenzange, die z.B. in Apotheken erhältlich ist, ähnelt einer kleinen Kneifzange. Nachdem die Zecke umfasst worden ist, sollte sie unter vorsichtigem Hin-und Herbewegen oder leichtem Drehen langsam und vorsichtigkeit entfernt werden. Ansonsten wie bei der Pinzette.

Zeckenpinzette © goruma (Dr. Ramm)

- Pinzette
Dabei umfasst man die Zecke mit der Pinzette so dicht an der Einstichstelle auf der Haut wie möglich. Dann aber sollte das Tier nicht einfach herausgezogen werden werden, da dabei der "gefährliche" Kopf abgerissen werden kann. Stattdessen sollte die Zecke unter vorsichtigem Hin-und Herbewegen oder leichtes Drehen allmählich entfernt werden. Das gilt übrigens auch beim Befall von Tieren. Das entfernte Tier am Besten verbrennen - z.B. mit einem Feuerzeug, einem Streichholz oder an einer Kerze. Die Entsorgung über Eschbecken oder die Toilette überleben die Tiere dagegen in der Regel.

Achtung
Eine Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden, da es bis zu einer Infektion mit den Erregern der Borreliose 12-24 Stunden dauert - allerdings beginnt die Übertragung den FSME-Viren unmittelbar nach dem Zeckenstich.
Das Waschen mit Zecken befallener Kleidung mit Temperaturen über 60° C überleben die Zecken nicht - egal in welchem Entwicklungsstadium sie sich befinden.




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